Für viele Verbraucher ist Nachhaltigkeit beim Einkauf ein wichtiges Argument: Knapp 70 Prozent der für unsere Wesentlichkeitsanalyse 2017 befragten Kunden gaben an, dass Nachhaltigkeit für sie bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte wichtig oder sogar sehr wichtig ist. Unseren Kunden einen verantwortungsvollen, bezahlbaren und gesunden Konsum zu ermöglichen, ist Teil unseres Corporate Responsibility (CR)-Selbstverständnisses.
[GRI 102-2, 204/103-1/2, 417/103-1/2] Wir richten unsere Produkte und Dienstleistungen konsequent an den Wünschen und Erwartungen unserer Kunden aus. Deshalb weiten wir unser Angebot an nachhaltigeren Produkten kontinuierlich aus. Außerdem erfüllen wir ihre zunehmende Nachfrage nach Produkten für besondere Ernährungsbedürfnisse, etwa mit laktose- und glutenfreien sowie vegetarischen und veganen Artikeln. Zugleich verbessern wir unser Sortiment auch in der Breite, indem wir beispielsweise Inhaltsstoffe anpassen, Rohstoffe umstellen und uns für hohe Umwelt- und Sozialstandards in der Non-Food-Lieferkette einsetzen.
Unsere nachhaltigeren Produkte sind nach anerkannten Standards zertifiziert und mit den entsprechenden Siegeln gekennzeichnet. Darüber hinaus nutzen wir internationale und nationale Eigenmarken, beispielsweise „Mein Veggie Tag“ für vegetarische Artikel in Deutschland, „Meat free days“ in den Niederlanden und „BON & VÉG“ in Frankreich. Seit Januar 2018 kennzeichnet die Eigenmarke „Fair & Gut“ unsere Tierwohl-Produkte in ausgewählten deutschen Filialen. Mit dem Clean Label zeichnen wir Produkte aus, bei denen wir bewusst auf einzelne Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Aromazusatz oder Farb- und Konservierungsstoffe verzichten. Der ALDI Transparenz Code (ATC) ermöglicht es unseren Kunden zudem, die Herkunft von verschiedenen Fleischprodukten nachzuverfolgen, in Deutschland auch von Fischprodukten und Eiern.
[GRI 204/103-2, 417/103-2] Der Zentraleinkauf und der jeweilige nationale Einkauf sind bei ALDI Nord für die Organisation der Beschaffung zuständig. In unseren Einkaufspolitiken dokumentieren wir den Status quo und setzen uns zugleich Ziele für die Umstellung der Rohwaren auf zertifizierte Rohstoffe. Darüber hinaus schließen wir mithilfe von Negativlisten kritische Produkte oder Produktionsmethoden aus. Gemeinsam wird festgelegt, welche Maßnahmen für nachhaltigere Produkte umgesetzt werden.
[GRI 204/103-2, 417/103-2] In der Europäischen Union (EU) gibt es für bestimmte landwirtschaftliche Produkte eine verpflichtende Ursprungskennzeichnung, beispielsweise für Obst und Gemüse. In einigen europäischen Ländern wurden die Vorschriften zuletzt verschärft. In Frankreich ist Anfang 2017 eine nationale Regelung in Kraft getreten, nach der bei Milch und Fleisch in vorverpackten, verarbeiteten Lebensmitteln die Angabe der Herkunft verpflichtend ist. Gemäß Gesetz muss in Frankreich die Herkunft der Produkte, die mindestens acht Prozent Fleisch enthalten, gekennzeichnet werden.
[GRI 204/103-2, 417/103-2]
Allein in den vergangenen drei Jahren konnten wir die Zahl der bei ALDI Nord gehandelten Bio-Artikel nahezu verdoppeln – auf mehr als 800 Artikel im Standard- und Aktionssortiment. In Deutschland sind wir laut GFK ConsumerScan 2017 mit rund 14 Prozent Marktanteil der führende Händler bei Bio-Lebensmitteln im ALDI Nord Vertriebsgebiet. Unser Ziel ist es, unser Angebot an Bio-Artikeln in allen Ländern der Unternehmensgruppe weiter auszubauen. Wie wichtig das Thema auch für unsere Kunden ist, zeigen beispielsweise die Anfragen an den neuen Kundenservice von ALDI Spanien. Dort erkundigen diese sich verstärkt nach Informationen zu unserem Bio-Sortiment. Im Berichtsjahr informierte ALDI Spanien daher mit einer groß angelegten Kommunikationskampagne in TV, Internet und Print über die Produkte der Eigenmarke „GutBio“.
Unternehmensgruppenweit bauen wir auch den Anteil an Fairtrade-Produkten aus. 2017 hatten wir 73 Fairtrade-zertifizierte Produkte in unserem Sortiment – eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber dem ersten Jahr unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung (2015). In Belgien waren wir 2017 im Rahmen der Fairtrade-Woche der erste Händler, der ausschließlich Fairtrade-Bananen angeboten hat; 2018 startet ALDI Belgien damit, 100 Prozent Fairtrade-gehandelte Rosen ins Sortiment aufzunehmen. Polen nahm 2017 erstmals Fairtrade-Artikel ins Standard- und Aktionssortiment auf.
In vielen Ländern verzeichnen wir in den letzten Jahren eine höhere Nachfrage nach Produkten für besondere Ernährungsbedürfnisse und erweitern unser Sortiment an vegetarischen, veganen, gluten- und laktosefreien Produkten entsprechend.
Das V-Label zeichnet in der Kategorie „vegan“ Produkte aus, die garantiert keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten. In der „vegetarischen“ Kategorie können tierische Inhaltsstoffe wie Milch, Ei oder Käse enthalten sein. 2017 fanden sich das V-Label und ähnliche Kennzeichnungen auf rund 180 Produkten in allen ALDI Nord Ländern; gegenüber 29 Artikeln im Jahr 2015.
Zudem haben wir im Berichtsjahr in Deutschland die Eigenmarke „Mein Veggie Tag“ für vegetarische und vegane Produkte eingeführt. Mithilfe der sogenannten Labliste können sich unsere Kunden in Deutschland seit 2017 informieren, in welchen Produkten kein tierisches Lab für die Herstellung von Käse verwendet wurde. Auch in Portugal steht den Kunden seit 2018 online eine Übersicht dieser Produkte zur Verfügung. Ab 2018 kennzeichnen wir in Deutschland auch Kosmetik- und Körperpflegeartikel mit der „Veganblume“, dem Siegel von The Vegan Society.
ALDI Spanien hat im Berichtszeitraum Maßnahmen verabschiedet, um bei laktose- und glutenfreien Produkten noch mehr Transparenz für unsere Kunden zu schaffen. Bis Januar 2019 werden dort alle laktose- und glutenfreien Produkte mit anerkannten Siegeln gekennzeichnet, hinter denen geeignete Zertifizierungen und strenge Kontrollsysteme stehen. Glutenfreie Produkte erhalten das international verwendete Symbol „Durchgestrichene Ähre“, vergeben von der spanischen Federación de Asociaciones de Celiacos de España (FACE, Verband der Zöliakieverbände). Laktosefreie Produkte werden mit dem Siegel Adilac des spanischen Verbands der Laktose-Intoleranz (Asociación de intolerantes a la lactosa de España – ADILAC) gekennzeichnet. Die portugiesischen Kunden finden seit 2018 eine Übersicht der laktose- und glutenfreien Produkte aus dem saisonalen und Standardsortiment unter aldi.pt und im Regal – entsprechend ausgewiesen.
Gentechnik wird in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert – vor allem in Deutschland und Dänemark. Deswegen positionieren wir uns bei diesem Thema klar: Alle Lieferanten der Unternehmensgruppe ALDI Nord müssen seit Längerem garantieren, dass die Ware keine genetisch veränderten Lebensmittelzutaten, Zusatzstoffe oder sonstige Stoffe im Sinne des in der EU geltenden Rechts enthält, daraus besteht oder hergestellt wird. Dies gilt für sämtliche bei ALDI Nord verkaufte Food-Artikel und schließt alle Vorstufen ein. Zudem verpflichten wir die Lieferanten dazu, entsprechende Erklärungen und gegebenenfalls Laboranalysen vorzuhalten und bei Prüfungen offenzulegen.
Bei der Kennzeichnung gehen wir über die gesetzlichen Anforderungen hinaus: Mit dem Siegel „Ohne GenTechnik“ des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) bieten wir unseren Kunden in Deutschland die Sicherheit, dass nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch bei der Tierfütterung auf genetisch veränderte Futterpflanzen verzichtet wurde. Im Berichtsjahr konnten wir 72 Artikel mit dem VLOG-Siegel in Deutschland auszeichnen – ein Anstieg von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Dänemark waren wir 2017 der erste Einzelhändler, der Milch von Kühen einführte, die nachweislich nur gentechnikfreies Futter erhielten.
Mit dem ALDI Transparenz Code (ATC) können unsere Kunden sich jederzeit online über die Herkunft zahlreicher Produkte informieren. Damit gehen wir auch hier über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Diese Kennzeichnung weiten wir fortlaufend auf weitere Länder und Produkte aus. 2017 haben wir in Deutschland Produkte in den Warengruppen „Fleisch- und fleischhaltige Produkte“, „frische Schaleneier“ sowie „Fisch- und fischhaltige Produkte“ mit dem ATC ausgezeichnet. In den ALDI Nord Ländern lag der Fokus auf Fleisch- und fleischhaltigen Produkten, darunter mit dem ATC: 100 Prozent des Frischfleischs bei ALDI Niederlande und 54 Artikel in Belgien, Frankreich, Polen und Portugal. 2018 planen wir, den ATC für Bekleidungs- und Heimtextilien einzuführen. Damit ergänzen wir die bestehende Transparenzliste für Textilien und Schuhe.
[GRI 417-1] Damit unsere Kunden auf einen Blick erkennen können, woher die Zutaten eines Produkts stammen und wo sie verarbeitet wurden, kommen neben dem ATC bereits seit einigen Jahren bekannte und etablierte Herkunftsbezeichnungen zum Einsatz. In Deutschland ist dies seit 2016 die Kennzeichnung „Regionalfenster Deutschland“. In Belgien, Dänemark, Frankreich und Polen verwenden wir für Fleischprodukte aus heimischer Produktion nationale Siegel, in Belgien zum Beispiel das ALDI Nord eigene Siegel „BELGIAN QUALITY“, in Polen „PRODUKT POLSKI“.
[GRI 204/103-2/3, 417/103-2/3] Wir prüfen die Entwicklung unseres nachhaltigeren Sortiments unter anderem anhand der in den Einkaufspolitiken definierten Ziele – je nach Rohstoff etwa zur Ausweitung des Bio-Anteils oder weiterer Zertifizierungen. Um unsere Fortschritte zu kontrollieren, führen wir beispielsweise Lieferantenabfragen und Audits durch, wie beim Thema Tierwohl. Darüber hinaus treiben wir die Ausweitung des ATCs weiter voran und verpflichten uns in unserem CR-Programm dazu.
Handlungsfeld: Lieferkettenverantwortung
Zielsetzung |
Status |
Zieldatum |
Zielwert |
Zielrelevanz |
---|---|---|---|---|
Steigerung der Anzahl von Fleisch- und fleischhaltigen Artikeln mit dem ALDI Transparenz Code (ATC) |
neu |
fortlaufend |
Ausweitung |
Unternehmensgruppe |
Ausweitung der Reduktion von Salz- und Zuckergehalt bei weiteren Eigenmarkenartikeln |
neu |
fortlaufend |
Ausweitung |
Unternehmensgruppe |
Ausweitung des Sortiments an vegetarischen und veganen Produkten inkl. Zertifizierung (z. B. V-Label) |
neu |
fortlaufend |
Ausweitung |
Unternehmensgruppe |
Ausweitung von Prüf-/ Zertifizierungssystemen sowie eigenen Standards, die über das gesetzliche Maß hinausgehen und Tierwohl-Aspekte beinhalten |
neu |
fortlaufend |
Ausweitung |
Unternehmensgruppe |
Anzahl gelisteter, als vegetarisch und/oder vegan gekennzeichneter Food- und Non-Food-Eigenmarkenartikel im Standard- und Aktionssortiment1
Neben den gekennzeichneten Artikeln gibt es eine Vielzahl von nicht gekennzeichneten vegetarischen und/oder veganen Artikeln in der Unternehmensgruppe.
2015 |
20162 |
2017 |
|
---|---|---|---|
vegetarische/vegane Artikel |
vegetarische/vegane Artikel |
vegetarische/vegane Artikel |
|
Belgien/Luxemburg3 |
5 |
8 |
14 |
Dänemark |
– |
2 |
14 |
Deutschland |
16 |
56 |
129 |
Frankreich |
– |
– |
4 |
Niederlande |
7 |
8 |
13 |
Polen |
– |
2 |
19 |
Portugal |
– |
5 |
21 |
Spanien |
1 |
3 |
24 |
Unternehmensgruppe |
29 |
78 |
185 |
1 Durch einen sogenannten gemeinsamen Einkauf einzelner Artikel für mehrere Länder kann die Gesamtzahl eingekaufter Artikel niedriger ausfallen als die sich aus den Länderaufschlüsselungen ergebende Summe.
2 Aufgrund von Nachmeldungen für das Jahr 2016 ergaben sich teilweise Anpassungen gegenüber dem Vorjahresbericht.
3 Die Angaben zu den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord in Belgien sowie in Luxemburg sind zur Vereinfachung zusammengefasst worden (siehe „Berichtsgegenstand“).
Anzahl von Eigenmarkenartikeln mit EU-Bio-Logo und Anzahl eingekaufter Eigenmarkenartikel mit Fairtrade-Zertifizierung im Standard- und Aktionssortiment
2015 |
2016 |
2017 |
||||
---|---|---|---|---|---|---|
Bio-Artikel |
Fairtrade-Artikel |
Bio-Artikel |
Fairtrade-Artikel |
Bio-Artikel |
Fairtrade-Artikel |
|
Belgien/Luxemburg1 |
56 |
3 |
61 |
9 |
101 |
16 |
Dänemark |
86 |
8 |
118 |
11 |
150 |
19 |
Deutschland |
125 |
15 |
144 |
21 |
188 |
30 |
Frankreich |
45 |
– |
60 |
1 |
103 |
14 |
Niederlande |
66 |
37 |
114 |
41 |
112 |
29 |
Polen |
9 |
1 |
10 |
1 |
45 |
6 |
Portugal |
60 |
7 |
77 |
12 |
76 |
19 |
Spanien |
105 |
1 |
131 |
4 |
225 |
4 |
Unternehmensgruppe2 |
433 |
58 |
517 |
70 |
803 |
73 |
1 Die Angaben zu den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord in Belgien sowie in Luxemburg sind zur Vereinfachung zusammengefasst worden (siehe „Berichtsgegenstand“).
2 Durch einen sogenannten gemeinsamen Einkauf einzelner Artikel für mehrere Länder kann die Gesamtzahl eingekaufter Artikel niedriger ausfallen als die sich aus den Länderaufschlüsselungen ergebende Summe.
Anteil an Fleisch- oder fleischhaltigen Eigenmarkenartikeln im Standard- und Aktionssortiment in Deutschland, die mit dem ALDI Transparenz Code (ATC) versehen sind (in Prozent)
Auf Basis der Einführung des ATC für weitere Warengruppen und in weiteren Ländern soll die Datenerhebung in den nächsten Jahren ausgeweitet und internationalisiert werden.